Vorbilder

Eines der Erfolgsgeheimnisse gelingenden christlichen Lebens ist die richtige Auswahl und die gelungene Anwendung des Prinzips des “Vorbildes”. Niemand muss das Rad neu erfinden, sondern kann sich ein Stück seines Weges an Menschen hängen, die weiter sind und einem weiter helfen können. Solche Beziehungen geistlicher Elternschaft nehmen in der Bibel aus gutem Grund einen weiten Raum ein, z.B. als Beziehung zwischen Mose und Josua (AT) und zwischen Paulus und Timotheus (NT).

Allerdings gilt hier, was für viele hochwirksame Stoffe gilt: Was viel hilft, kann bei falschem Gebrauch auch viele unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Letzten Sonntag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben über einen Bibeltext gepredigt, der sehr intensiv auf die negativen Nebenwirkungen geistlicher Vaterschaft eingeht – und nur am Rande auf die unglaublichen Segnungen, die damit erlebt werden können. Die Predigt ist ganz besonders vier Täuflingen gewidmet – ich möchte sie hier aber einem weiteren Personenkreis zugänglich machen. Vielleicht dient Sie auch Ihnen? Weiter unten abgebildet die zwei Graphiken, die während der Predigt entstehen.

Viel Freude beim Hören!

Graphik 1: Krankes Bild geistlicher Elternschaft. Die grössere Figur (das Vorbild) hat die höherwertige Beziehung zu Gott und deshalb die größere Kompetenz. Das kleine Würstchen lebt davon, zur Leitfigur aufzuschauen (dünner, grüner Pfeil). Weil dies auf Dauer niemals ausreichende und befriedigende Antworten fürs ganze Leben bringt, entsteht Mangel (an Freiheit, Perspektive, Chancen…) und es können sich sich nach Jesu Worten ungute Dinge reinmischen (rot).

Das ist echt krank. Bitte zur nächsten Graphik scrollen, da wird es gesund!

Graphik 2: Gesundes Bild geistlicher Elternschaft. Beide haben eine völlig gleichwertige Beziehung zu Gott. Wie wichtig Johannes diese Tatsache ist, zeigen eindruckvoll Schlüsselsätze aus seinem Evangelium (links in grün). Die gestrichelten Pfeile, die geistliche Elternschaft zeigen, sind grün für “wahren, guten, geistlichen Vorbildcharakter, der mich weiterbringt”, rosa für “eigenes, muss aber nicht schlecht sein” und rot für “auch der geistliche Vater/Mutter kann sich furchtbar irren und großen Schaden anrichten”.

Gesunde geistliche Elternschaft bedeutet, dass sich freie Persönlichkeiten begegnen, die sich gegenseitig nichts schuldig sind und die eine völlig gleichwertige Beziehung zu Gott haben – durch Jesus Christus, ohne weitere “Mittler” – und vor allem ohne geistliche Minderwertigkeit. Auf dieser Basis entdeckt “der Kleine”, dass ein anderer Christ ihm auf Bereichen voraus ist, auf denen er selbst weiterkommen möchte. Hieraus kann sich eine geniale geistliche Beziehung entwickeln. Für einen Lebens- oder Glaubensabschnitt. Aber ohne ungesunde Bindungen und Beschränkungen. Mehr dazu in der oben gelinkten Predigt.

Atemberaubende Freiheit – keine Nebenwirkungen

🙂 Vergessen Sie den Arzt oder Apotheker 🙂

Falls jemand, der diesen Blog verfolgt, Fragen hat an die gängigen Definitionen von Freiheit – hier kommen ein paar Gedanken, die weiterführen könten. Spätestens seit 1968 gibt es eine Definition von Freiheit, die einfach nur propagiert, das auszuprobieren, wonach einem der Sinn steht. Natürlich haben es die 68er nicht erfunden. Das moderne Freiheitsverständnis hat seine Wurzeln in der Aufklärung, wurde befeuert durch die Industrialisierung und der damit einhergehenden Auflösung der traditionellen Lebenswelten. Es feierte seine ersten richtigen Partys in der Weimarer Republik in verschiedensten Ausprägungen sowohl im wilden großstädtischen Leben wie auch bei den Naturverbundenen (Wandervögel, FKK-Bewegung). Unterbrochen durch die Nazi-Herrschaft und den Krieg brach sich der moderne Freiheitsgedanke dann 1968 wieder Bahn.

Der Postmoderne (seit ca. 1980) haben wir es zu verdanken, dass der moderne Freiheitsbegriff (mach was du willst, verwirkliche dich, probiere dich aus) in Frage gestellt wurde. Schädliche Nebenwirkungen von freier Sexualität und freiem Drogenkonsum und der ständige Zwang sich selbst neu zu erfinden wurden häufiger diskutiert. Konkret haben sich z.B. bei den Grünen die Kräfte, die am Anfang freie Sexualität auch mit Minderjährigen befürworteten, nicht durchsetzen können.

Die Bibel hat eine völlig andere Sicht von Freiheit. Leider wirkt der christliche Freiheitsbegriff für viele angestaubt und traditionsgefesselt – und ist als Freiheitsidee kaum wahrnehmbar. Ich finde das sehr schade, denn richtig verstanden ist christliche Freiheit ein atemberaubendes Konzept. Es ist vollkommene Freiheit ohne die geringsten schädlichen Nebenwirkungen und ohne Reue.

Die beiden wichtigsten Bibelstellen über Freiheit ist das alttestamentliche Buch Exodus und im Neuen Testament sind es nur fünf Verse, die den Freiheitsbegriff Gottes auf den Punkt bringen: Johannesevangelim Kapitel 8 31-36. Für alle, die finden, dass sie dem Freiheitsbegriff der Bibel eine Chance geben sollten: Schlagen Sie Ihre Bibel auf bei Johannes 8 und investieren sie 33 Minuten. Am vergangen Sonntag haben das ungefähr 70 Menschen in Husum gemacht und viele fanden die Ausführungen dazu inspirierend. Hier ist die entsprechende Predigt hinterlegt:

Viel Freude beim Hören!

Wirf dein Brot ins Wasser, nach vielen Tagen kannst du es wiederfinden.

Dieser Satz stammt aus dem biblischen Buch Kohelet bzw. Prediger Kap. 11,1. Er beschäftigt mich, weil das Predigtthema für nächsten Sonntag “Mut” ist. In diesem Zusammenhang wurde mir ein Aspekt wichtig, der aber den Rahmen des Gottesdienstes sprengen würde, deshalb soll er in diesem Forum erwähnt werden:

Wir alle müssten Entscheidungen treffen, obwohl wir die Zukunft nicht kennen – und uns nicht einmal in der Gegenwart alle Fakten bekannt sind, die für unsere Entscheidungsfindung wichtig wären. Es ist also tüchtig Mut erforderlich – und der fehlt vielen Menschen. Sie suchen dann – bewusst oder unbewusst – nach Auswegen, bei denen mangelnde Courage kein Problem ist. Einer dieser Auswege ist die Ideologie. Irgendeine fixe Idee irgendeines schlauen Menschen, an der ich mich festhalte und dann einfach annehme, dass sie schon richtig sein muss. Dazu gleich mehr – doch zuerst zurück zum Bibelvers:

Er spricht von mutigen Investitionsentscheidungen. Meditiert man darüber, kann man förmlich den hanseatischen Kaufmann alter Zeit vor sich sehen, der sein ganzes Vermögen in ein Segelschiff nach Madagaskar investiert, um Pfeffer zu kaufen. So wirft er sein “Brot ins Wasser”, um einige Monate und viele schlaflose Nächte später weit hinten am Horizont ein paar Segel auszumachen, die sein Schiff zurückbringen, ihm ein Vielfaches des eingesetzten Vermögens bescheren – und ihm einen lustigen Spitznamen einbringen werden: Hamburger Pfeffersack.

Das ist nichts für Feiglinge, denn Unterwegs warten unzählige Gefahren: Stürme, Piraten, Krankheiten, Meutereien und kriegerische Auseinandersetzungen. Wer das nicht tragen möchte, ist natürlich offen für andere Ansätze – auch ideologischer Art. Und so etablierte sich vor 150 Jahren bei uns in Deutschland eine Ideologie, die allen mutlosen Feiglingen recht gab und auf der sich jeder perfekt ausruhen konnte, der sich nicht traute, sein “Brot ins Wasser zu werfen”. Bis heute spukt diese Ideologie in vielen Köpfen und dient als Ruhekissen – oft unbemerkt. Und weil es auch in anderen Ländern genug mutlose Menschen gibt, trat diese Ideologie förmlich einen Siegeszug um die Welt an:

Es ist der Gedanke, dass es zwischen Arbeit und Kapital eine Trennung gibt. Und damit nicht genug: es wird propagiert, dass diese Trennung soweit geht, dass man von verschiedenen “Klassen” sprechen kann, die sozusagen “natürliche Feinde” seien – die eine Klasse wird von der anderen ausgebeutet. Wer dieser Ideologie in seinem Denken Raum gibt, müsste eigentlich den oben genannten Bibelvers aus seiner Bibel streichen, und sagen: “Ich gehöre zur Arbeiterklasse, an mir ist es nicht, Investitionsrisiken zu tragen, dass sollen mal schön die tun, die zur Klasse der Kapitalisten gehören.” Hier haben wir haben hier die perfekte Begründung für Mutlose und gleichzeitig das Ticket in die Opferrolle, die Neidkultur und auf die Achterbahn der Armut.

Gerne möchte ich sie heute herausfordern, dieses “Ruhekissen für Mutlose” aus ihrem Leben zu entfernen! Werden sie ein Mensch, der sein ganzes Menschsein, wie Gott es geschaffen hat, annimmt – und dazu gehört es, sowohl Arbeiter als auch Kapitalist zu sein! Es sind nämlich keine unterschiedlichen Klassen, sondern zwei Seiten einer Medallie – nämlich die der kostbaren Münze ihres Menschseins, wie Gott es beabsichtigt hat! Fangen sie an, sich selbst als Arbeiter UND Kapitalist zu sehen!

Diese Aufforderung ist übrigens nicht nur die Aufforderung eines frommes Pastors, der über das biblische Buch des Predigers nachdenkt. Unsere Regierung hat in mühevoller Arbeit eine ganze Rechtsabteilung geschaffen, durch die jeder Arbeiter sehr leicht Investitionsentscheidungen treffen kann, um so die “Kapitalistenseite” seines Lebens auszuleben und zu stärken: Das Aktienrecht. Jeder kann selbst mit kleinsten Beträgen Anteile von tollen Firmen erwerben. Grenzenlos. Zu extrem günstigen Konditionen. Niemand muss mehr ein ganzes Segel-Frachtschiff ausrüsten, um lohnende Investitionen zu tätigen. Wenige 100 Euro Startguthaben und ein paar Klicks auf dem Computer oder dem Smartphone – und schon sind Sie Investor!

Wer letzte Woche die Wirtschaftszeitungen gelesen hat, konnte mitverfolgen, wie tragisch sich die kranke Ideologie der Trennung von Arbeit und Kapital in unserem Land auswirkt: Weil die Deutschen sich nicht an ihren eigenen Firmen beteiligen, kommen andere – allen voran die Chinesen – und räumen richtig groß ab. Konkret: Weil wir uns weigerten, uns selbst Anteile eines der besten Autowerke der Welt zu sichern, sank der Preis dieser Aktien ins bodenlose und der chinesische Investor, der bereits Volvo besitzt, konnte sich 10% der Automarke mit dem Stern abgreifen. Das ist nur ein Beispiel: Fakt ist, dass knapp 60% der Dividendenzahlungen deutscher Firmen ins Ausland abfließen! Mit anderen Worten: Wir begnügen uns mit der Arbeit und überlassen den Löwenanteil des Gewinns unserer Arbeit – ohne Not – dem Rest der Welt. Wie krank ist das denn!

Nochmal der Grund: Im Keller unserer Entscheidungsprozesse spukt Karl Marx mit der fixen Idee, dass es eine Trennung zwischen Arbeit und Kapital gibt. Zusammen mit unserer Feigheit und unseren Verlustängsten ergibt sich ein Denkbrei, der uns dann so steuert, dass wir von den Möglichkeiten des Lebens, die unser Schöpfer uns zugedacht hat, ausgeschlossen bleiben.

Was würde der Apostel Paulus dazu sagen? Er drückt es genial, aber etwas verschachtelt aus: “Fügt euch nicht in die kranken Denkschemen dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denksinnes, damit ihr den Willen Gottes erfassen könnt” (frei nach Römer 12,2).

In diesem Sinne eine mutige Restwoche!

Euer Bernd Kollmann

Kügelchen?

Mein Vater hat in seinem Berufsleben vieles ausprobiert. Er war unter anderem Trickzauberer, Gärtner, Erfinder, Prediger und Heilpraktiker. Seine Heilpraktikerausbildung mit Schwerpunkt “klassische Homöopathie” fiel in meine Teenagerzeit. Ich bin sozusagen mit dem Globuli unter der Zunge aufgewachsen.

Da mein Vater alles, was er tat, mit einer gewissen Leidenschaft verfolgte, waren wir als Familie mittendrin in Samuel Hahnemanns Lehren und Theorien, wir lernten, dass Gleiches mit Gleichem zu heilen ist, dass verschüttelte Wirkstoffe hochverdünnt aber feinstofflich effektiv Informationen übertragen, durch die körpereigene Selbstheilungkräfte aktiviert werden – und das ohne Nebenwirkungen!

Ich habe mich in meinen jungen Erwachsenenjahren davon distanziert, weil theologische Gründe gegen diese Heilmethode sprechen: Christen glauben, dass Gott Mensch wurde und sündlos starb, um die Misere bzw. Krankheit der Menschheit zu heilen. Also nicht “Gleiches mit Gleichem” sondern der Unschuldige für die Sünde. Gift wird mit Gegengift bekämpft. Im Alternativsprech: Christsein ist vom Ansatz her nicht Homöopathisch, sondern Allopathisch. Und da Hahnemann sein Heilprinzip als Universalprinzip verstand, war für mich Homöopathie nicht mehr mit dem Glauben vereinbar.

In meinen 20er-Jahren reichte mir dieser etwas dogmatische Ansatz, heute spielen andere Argumente eine mindestens ebenso große Rolle, drei davon sollen hier erwähnt werden:

  • Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Menschen, die sich homöopathisch behandeln lassen, niemals wirklich fertig werden damit? Je tiefer sie sich hineinbegeben, desto intensiver wird ihre Beziehung zum Heilpraktiker und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich kenne einige von diesen “ewigen” Patienten, die regelrecht nervös werden, wenn der Heilpraktiker ihres Vertrauens seinen Urlaub ankündigt.
  • Nicht alle, die zu Kügelchen greifen, glauben auch an Verschwörungstheorieen, aber die überwältigende Zahl derer, die eine Verschwörungsmentalität haben, greifen zu Homöopahtie. Weil alles so gut zusammenpasst: Misstrauen den Mächtigen gegenüber, der Glaube, dass noch ganz andere Kräfte am Werk sind, als die, die wir sehen können, die übermächtige, böse Pharmaindustrie, die im Verborgenen ihre Fäden spinnt… am Ende formt sich daraus eine regelrechte Weltanschauung.
  • Der homöopathische Ansatz verführt zu Egozentrik. Die eigene Erfahrung, egal wie subjektiv sie auch sein mag, wird zum Maßstab für richtig und falsch. Das geht so tief, dass Kritik an Homöopathie direkt persönlich genommen wird. Oftmals reagieren Menschen so empfindlich auf Globuli-Kritik, wie andere, wenn man ihnen den Glauben madig macht.

Solche Aspekte werden für mich neben der Dogmatik immer wichtiger, denn sie zeigen, dass gesunde biblische Lehre – oder die Abkehr davon – ganz viel mit dem Leben zu tun hat – und sich sehr konkret auswirkt in der sichtbaren Welt.

Nur um es klarzustellen: Ich bin ein Befürworter der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), weil es über den Globus verstreut unglaublich viele, tolle und noch wenig erforschte Heilpflanzen gibt, geschaffen von einem genialen Schöpfer, uns zum Wohle. Dazu freue mich an der Forschung und gönne es jedem von Herzen, Zugang zu tollen Medikamente aus Laboren zu haben, die von begnadeten Forschern betrieben werden. Dazu das Vertrauen an das direkte Eingreifen Gottes durch Gebet – auch in aussichtslosen Fällen. Ja, es gibt Kräfte zwischen Himmel und Erde, die wir nicht sehen können – und eben deshalb ist uns ein Handbuch zum Umgang damit an die Hand gegeben worden – und das ist nicht Hahnemanns “Organon” – sondern die Bibel. Erprobt seit Tausenden von Jahren!

Diese gesunden Ansätze zur Heilkunde (Pflanzen, Forschung, Glaubensgebet) halten uns zwar etwas demütig aber auch frei von ungesunden Bindungen und Ideologieen. Und wie gut ist es darüberhinaus in einer vernetzten Welt zu leben, die mir und Ihnen und so vielen Menschen gleichermaßen Zugang gibt zu solch vielfältigen Möglichkeiten der Hilfe.

In diesem Sinne ein gesundes Wochenende allen Lesern!

Euer Bernd Kollmann

VFR oder IFR?

Piloten von kleinen Flugzeugen haben die Wahl zwischen zwei Arten des Fliegens: Sie können bei gutem Wetter und ausreichender Sicht “nach Gefühl” fliegen, sich auf den Hosenboden verlassen (wo mein Popo ist, muss unten sein) und so fröhlich z.B. über dem Wattenmeer die einmalige Landschaft genießen.

Wer aber nicht nur ein “Schönwetter-gute-Laune-Gefühls-Hosenboden-Pilot” sein möchte, sondern auch bei Wind, Sturm und Nebel von A nach B gelangen möchte, muss völlig andere Regeln anwenden. IFR heißt “Instrument Flight Rules”, also fliegen nach Instrumenten, die wahre Fakten zur Verfügung stellen, wenn mangelnde Sicht, trügerische Gefühle und falsche Empfindungen in die Irre führen.

Um die untrüglichen Fakten der Instrumente richtig zu interpretieren und sie nicht mit subjektiven, eigenen Empfindungen zu mischen, benötigen IFR-Piloten eine spezielle Ausbildung. Hier wird den Piloten förmlich abtrainiert, aus Gefühlen und Empfindungen Schlüsse zu ziehen! Statt dessen lernen sie, sich ganz auf die Faktenlage zu verlassen, die von den Fluginstrumenten zur Verfügung gestellt werden – um diese dann zugunsten eines sicheren Flugverlaufs richtig zu verarbeiten.

Was hat das mit Glauben zu tun? Menschen, die auf Gott vertrauen, bewegen sich mit ihrem Glauben in einer unsichtbaren Welt, in der menschliche Gefühle und Empfindungen leicht in die Irre führen. Für diese geistliche Welt haben wir einfach keine verlässlichen Sinnesorgane – und wenn wir welche hatten, dann sind die durch unsere langjährige Konzentration auf das, was vor Augen ist, abgestumpft oder unbrauchbar geworden. Wie gut, dass Gott uns eine andere Art der Orientierung anbietet: Sein Wort, die Bibel und seinen Heiligen Geist. Wer sich auf diese Elemente zur Orientierung und zur Steuerung seines Lebens einlässt, für den gilt: “…dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen, und Gotteserkenntnis wirst du finden. Denn der Herr gibt Weisheit und aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.” (Sprüche Kap. 2, Verse 5-6).

Das Bedeutet: Egal, was um uns herum im Sichtbaren geschieht, egal wie einschüchternd oder entmutigend sich Umstände vor unserer Nasenspitze generieren: Christen setzen ihr Vertrauen auf das wahre, unwandelbare, sein Jahrtausenden wirksame Wort Gottes. Sie versuchen nicht einmal mehr auf ihre Gefühle und Empfindungen zu setzen, um die Stürme und Nebelbänke des Lebens zu meistern. Statt dessen erachten sie die Tatsachen, die Gottes Wort zeigt, als gesetzte, verlässliche Fakten und wenden sie vertrauensvoll an. Genauso, als ob es sich um offensichtliche Tatsachen handelt. An dieser Stelle hinkt übrigens das Beispiel von den Fluginstrumenten: Wenn die nämlich wieder Erwarten verrückt spielen, wie unserer Tage in der Boing 737 Max 8, dann ist alles verloren! Wie gut, dass Gottes Wort ein sicherer Wegweiser in der unsichtbaren Welt ist: Bisher ist damit noch jeder zum Ziel gekommen!

Mit diesen Gedanken wünsche ich eine glaubensstarke Woche voller gesunder Orientierung von Gott her – gerade dann, wenn alles andere verworren, unsicher und trübe erscheint!

Euer Bernd Kollmann

Freiheit in der Kirche

Gestern Abend hab ich den “Geruch der Freiheit” auf so wohltuende Weise erlebt, dass ich das unbedingt berichten muss. Es war ein Kreis von 10 Personen in der kleinen evangelischen Freikirche an der Nordseeküste, deren Pastor ich seit einiger Zeit sein darf. Lauter Menschen, die daran interessiert sind, Gottesdienste zu gestalten. Gottesdienste, aus denen niemand mehr gelangweilt oder frustriert weglaufen muss. Vielleicht sogar Gottesdienste, die als Musterveranstaltungen taugen. Und diese Gruppe hat das Mandat der Gemeinde, sich tatsächlich praktisch daran zu versuchen. Das nächste Mal konkret am 31.03. Als die mit einigem Abstand älteste Person im Raum durfte ich während des ganzen Abends ein inneres Fest feiern! Ich hoffe, es gelingt zu beschreiben, warum das so war:

Wir hatten fast zwei Stunden gemeinsamen Reflektierens, Betens, Beratens, Planens und “sich Trauens” auch halbgare Gedanken zu äussern, die oftmals von anderen dann aufgenommen und konkretisiert wurden. In dieser Zeit fand sich so gut wie kein Geltungsbedürfnis, kein ungestümer “Sturm und Drang”, kein “schau mich an, wie gut ich bin”, und verschwindend wenig Empfindlichkeit, Angst und Sorge. Es gab auch kein Parteiengeplänkel – sondern: Junge Menschen nutzten einen Raum der Freiheit, der ihnen geboten wurde, dazu, weitgehend unaufgeregt einfach auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören. Ihr Herz miteinander zu teilen. Sie nutzten ihre Chance, ohne traditionelle Fesseln und andere Hemmnisse zeitgemäße Zugänge zum Wesenskern christlichen Glaubens zu suchen. Mutig und voller Freude. In dieser Arbeitsatmosphäre wurde mehr von “Herz Jesu” deutlich als in mancher Predigt.

Dabei ging es weniger um harte Fakten oder Strukturen – sondern um einen gemeinsamen, inneren Weg. Es war ein Weg des Glaubens von echter Klarheit und Schönheit, den wir zusammen beschritten haben. Übrigens keineswegs als elitärer Kreis, denn zu dem Abend war ungefähr die doppelte Anzahl Menschen eingeladen, jedoch mit der Maßgabe, dass nur kommen sollte, wer wirklich Lust und Zeit und Möglichkeit hat.

Ich bin gestern nach Haus gefahren in dem Bewußtein: Wenn Liturgen (Gottesdienstgestalter) überall soviel Freiheit hätten und so zusammenarbeiten würden, dann wären die Kirchen in unserem Land wesentlich voller – weil die Schönheit des Evangeliums in einer völlig anderen Dimension zur Geltung kommen würde!

Wenn nun Teilnehmer des gestrigen Abends empfinden, diese Einschätzung sei zu rosarot – dann widerspreche ich direkt und werfe das Gewicht des Lebensalters und jahrzehntelanger pastoraler Erfahrung in die Waagschale: Was wir erlebt haben, war von so atemberaubend genialer geistlicher Intensität – es ist kaum möglich, zu übertreiben. Ich freue mich total auf den 31.03. – wer jetzt neugierig wurde, kann gerne längs kommen, ist öffentlich 🙂

Euer

Bernd Kollmann

Gegen den Strich…

Im Johannesevangelium wird uns eine Rede Jesu überliefert, die ganz schön abstoßend und unappetitlich wirken kann. Die Beschäftigung damit lohnt dennoch. Aufgrund des Wunsches einiger lieben Menschen hier der Predigtmitschnitt vom letzten Sonntag:

Johannesevangelium Kapitel 6 Verse 49 bis 58

“I’m very much down to earth, just not this earth.” ― Karl Lagerfeld

Über Karl Lagerfeld wurde dieser Tag viel gesagt und geschrieben – mir gefällt dieser Satz von ihm – noch mehr: ich finde ihn genial! Obwohl ich die Standpunkte und Werte dieses Hamburger Jung’ bei weitem nicht teile, hat mich seine Aussage getroffen, denn da möchte ich hin: Mit beiden Beinen, nüchtern, bodenständig und unerschütterlich auf den Tatsachen stehen, die das beste Fundament sind, das man sich überhaupt vorstellen kann. Aus meiner Sicht ist das Gottes ewiges Reich, gegründet auf seinen Zusagen, nicht von dieser Welt aber noch realer und vor allem beständiger als alles, was vor Augen ist. Darin fest gegründet zu sein, um dann zu erleben, dass dies lebenstüchiger macht und besseres Gelingen ermöglicht als jeder Vernunftschluss in den Denkkategorien der sichtbaren Welt – in dieser Richtung möchte ich unterwegs sein. Und der berühmteste Modeschöpfer erinnert mich daran.

Danke Karl!

Wie im wahren Leben!

Heute, bei herrlichstem Flugwetter…

Was mich an der Imkerei fasziniert? Es ist wie das wirklich wahre, also das real existierende Leben im Kleinformat: Damit es gelingt, ist ein bisschen grundsätzliches Verständnis für Zusammenhänge nötig (einen Kurs besuchen oder ein gutes Buch konsultieren), dazu jemand, der einen an der Hand nimmt (der sogn. Bienenvater), ein entschiedenes Vorgehen gegen Feinde und Parasiten, die das Gelingen bedrohen (z.B. Varroa-Milbe) und die Bereitschaft, sich immer wieder flexibel auf neue Umstände einzulassen, Entscheidungen zu treffen und diese auch direkt konsequent umzusetzen. Mit dazu gehört eine dauernde Kontrolle des Fortschritts (alle 7 Tage reinschauen). Ausserdem die Bereitschaft, in gutes Material zu investieren. Dann der richtige Umgang mit dem Output (nicht immer nur Honig verschenken, sondern ihn irgendwie auch vermarkten), da sonst auf Dauer der Aufwand unbefriedigend bleibt. Und: Wer all das beachtet ist keineswegs automatisch auf der sicheren Seite, sondern erlebt immernoch herausfordernde Überraschungen!

Es ist also tatsächlich wie im richtigen Leben! Mit einem Unterschied: Geht das mit dem Imkern mal gründlich schief, werden die Völker eingehen. Dann kommt man beim örtlichen Profi angekrochen und kauft sich ein Volk (wenn man Geld hat) oder einen Ableger (wenn Ebbe in der Kasse). An diesem Punkt hinkt der Vergleich mit dem Leben. Wenn da nämlich Dinge trotz aller Sorgfalt und Mühe schieflaufen, kann man sich nicht einfach ein Neues besorgen! Auch dann, wenn ich nichts dafür kann, weil äussere Umstände meine Misere verschuldet haben, sitze ich da und muss es auslöffeln. An dieser Stelle kommt der Glaube ins Spiel: Wie cool ist es, einem Gott vertrauen zu können, der seinen Sohn Mensch werden ließ. Der unser Menschsein ganz durchlebt und durchlitten hat. Ein Gott mit dieser Innensicht unserer Umstände ist genial: Egal ob sich meine Fragen auf Vernunft, Gefühl, Interaktion mit anderen, Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen, egal ob es sich um vorhersehbare Entwicklungen oder böse Überraschungen handelt – Jesus hat das alles durch! Und er ist mehr als bereit, jedem, der ihm Vertrauen schenkt, durch seinen Heiligen Geist zur Seite zu stehen.

Meine Bienen erinnern mich daran, wie komplex das Leben ist – aber auch daran, wie toll es ist, jederzeit mit dem in Verbindung treten zu können, der nicht nur alles so gründlich übersieht wie der kompetenteste Imker – jetzt wird es surreal – sondern der sich selbst dazu herablässt, wie jede andere Biene in diesem Volk zu leben – aus Freundschaft und Liebe zu diesen Geschöpfen. Was für ein Gott!

In der Hoffnung auf volle Töpfe in diesem Jahr grüßt Euch

Bernd Kollmann